Die Pioniere des Simultandolmetschens beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess

DGB-Haus, Keithstraße 1-3, 10787 Berlin
(U-Bahn Wittenbergplatz)
Eintritt frei

Informationen: Berlin2014@aiic.de
www.facebook.com/EinProzess.VierSprachen

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04.08.2014 um 18.30 Uhr

Eröffnung: Die Leistung der Pioniere und die Folgen

Grußwort: Dorothee Zinke, Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg
Einstimmung auf die Ausstellung und Hintergrundinformationen von Dipl.-Dolmetscherin Elke Limberger-Katsumi, AIIC Region Deutschland, Kuratorin der Ausstellung

05.08.2014 um 18.30 Uhr

Zwischen den Fronten – Dolmetscher in Krisengebieten. Herausforderungen und Schutz

Fallbeispiele und Podiumsdiskussion
Moderation: Linda Fitchett, Präsidentin AIIC, Mitglied AIIC-Sektion „Interpreters in Conflict Zones“
Christian Mihr, Geschäftsführer Reporter ohne Grenzen e.V., Berlin
Maya Hess, Gründerin von Red T, New York
Abdul Muqim Taron, ehemaliger ISAF/Bundeswehr-Dolmetscher in Afghanistan, Hamburg
Vertreter der Bundeswehr (angefragt)

06.08.2014 um 18.30 Uhr

Menschenrechtsverletzungen im Gerichtssaal? Ein kritischer Bick auf die Praxis des Gerichtsdolmetschens

Erfahrungsberichte, Fallbeispiele und Diskussion
Moderation: Prof. Dr. Christiane Driesen, Vorsitzende des Committee for Court and Legal Interpreting der AIIC, Genf und Hamburg
George Drummond, AIIC-Konferenzdolmetscher, Seminar-Dozent an der Universität Hamburg für Dolmetschen an Gerichten und Behörden, Hamburg

08.08.2014 um 18.30 Uhr

Zwischen Hitler und Stalin – Das Dilemma der sowjetischen Dolmetscher beim Nürnberger Prozess

Vortrag mit Lesung
Moderation: Daria Shirokova, Konf.dolm. (VKD), Dozentin für Dolmetschen FTSK Germersheim/ Univ. Mainz und IÜD/ Univ. Heidelberg
Marina Rybalkina, Kristina Gette, Mitglieder der Projektgruppe zur Übersetzung der Memoiren der sowjetischen Dolmetscherin Tatjana Stupnikova ins Deutsche

täglich 11-22 Uhr, jeweils 16 Uhr

Führungen in mehreren Sprachen

Wer waren die Dolmetscher der Nürnberger Prozesse? Welche technischen, sprachlichen und emotionalen Hindernisse mussten sie meistern, um den in vier Sprachen verlaufenden Prozess zu dolmetschen? Wie konnten sie mit der emotionalen Belastung der unmittelbaren Konfrontation mit den Verbrechen gegen die Menschlichkeit umgehen? Mit 27 Kurzprofilen der Dolmetscher macht die Ausstellung die menschliche und sprachliche Dimension der Bewährungsprobe des Simultandolmetschens auf der Bühne dieses Weltereignisses deutlich. Der internationale Verband der Konferenzdolmetscher (AIIC) möchte einen Eindruck dieser Persönlichkeiten vermitteln, die damals Neuland betraten und die Durchführung des Prozesses in vier Sprachen ermöglichten. Eine Vielzahl von ihnen zählte auch zu den Gründungsmüttern und –vätern des Verbandes.

Die während der Ausstellungsdauer stattfindenden Veranstaltungen zur Gefährdungslage von Dolmetschern in Krisengebieten und zu den Unzulänglichkeiten im Gerichtsdolmetschen zeigen, dass auch heute noch Dolmetscher sowohl im Zentrum von Ereignissen stehen als auch unmittelbar davon betroffen werden. Die historische Dimension wird in einer Veranstaltung zu den Memoiren von Tatjana Stupnikova beleuchtet. Sie ist eine der wenigen russischen Dolmetscher beim Prozess, deren Namen bekannt sind und die einzige, die sich offen zu ihrer Tätigkeit äußerte.