Ein Prozess – Vier Sprachen. Die Dolmetscher bei den Nürnberger Prozessen

Nürnberger Prozesse: Dolmetscher im Saal
Blick auf den Dolmetscherbereich im Saal, vorne wird auf Englisch, hinten auf Französisch übersetzt, ganz rechts sitzt Lt. Walter Selogson (Monitor)

Eine Ausstellung des AIIC Committe für Legal and Court Interpreting in Kooperation mit der AIIC Region Deutschland und dem Verein Konferenzdolmetschen – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft e.V.

Quelle: National Archives, USA
Nürnberger Prozesse: Dolmetscher im Saal bei der Arbeit; v.l.n.r.: Capt. Macintosh, British Army, (Franz.-Englisch), Margot Bortlin (Deutsch-Englisch), Lt. Ernest P. Uiberall (Monitor)

Das Nürnberger Verfahren gegen die Hauptkriegsverbrecher von 1945 bis 1946 wurde in den Sprachen Englisch, Französisch, Russisch und Deutsch geführt. Die vier Sprachen wurden im Gerichtsaal parallel gesprochen, die Dolmetscher hatten die Aufgabe, die gleichzeitige Verständigung in allen Gerichtssprachen zu ermöglichen. Sie wandten die damals kaum erprobte Technik des Simultandolmetschens an und sorgten unter großem persönlichen Einsatz bei den Nürnberger Prozessen, die bis 1949 andauerten, für die zügige Verständigung zwischen Richtern, Anklägern, Verteidigern, Angeklagten und Zeugen. Damit hatte die Technik des Simultandolmetschens, die heute aus der internationalen Kommunikation nicht mehr wegzudenken ist, den Durchbruch erreicht. Die Ausstellung versucht – soweit dies 70 Jahre später noch möglich ist – die Biographien der „Pioniere des Simultandolmetschens“ mit Text- und Bildmaterialien darzustellen.

Die Eröffnung ist am 17.11.

Öffnungszeiten vom 18.-25.11.:
Wochentags vom 18.-25.11. jeweils 10.00-18.30 Uhr
Samstag, 19.11.: 10.00-14.00 Uhr
Sonntag, 20.11.: geschlossen

Ausstellungsort:
Grundbuchhalle des Ziviljustizgebäude
Sievekingplatz 1
20355 Hamburg

Eröffnung und Rahmenprogramm

Programm „Ein Prozess – Vier Sprachen. Die Dolmetscher bei den Nürnberger Prozessen“, Hamburg, 17.-25. November 2016