Dolmetscher treffen sich in Valencia zur 37. Assembly der AIIC

Die AIIC-Assemblée 2018 (10.-14. Januar 2018, Valencia)

„Multilingualism matters“ war das Motto der diesjährigen Assemblée des Internationalen Konferenzdolmetscherverbandes AIIC in Valencia. Etwa 350 der weltweit 3.000 AIIC-Dolmetscher nahmen teil, darunter allein beinahe 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Deutschland. Die Versammlung tritt alle drei Jahre zusammen, um die Fortentwicklung der AIIC zu diskutieren und die Gremien neu zu wählen. In diesem Jahr wurde der Slowene Uros Peterc zum neuen Präsidenten der AIIC International gewählt. Er löst die Deutsche Angela Keil nach ihrer erfolgreichen Amtszeit ab. Neben Präsident Peterc (Laibach, Slowenien) umfasst der neue Vorstand die folgenden Vizepräsidentinnen bzw. -präsidenten: Emmanuel Ayuk (Abidjan, Elfenbeinküste), Andrew Constable (Den Haag, Niederlande), Lara Duarte (Lissabon, Portugal), Jennifer Fearnside-Bitsios (Rom, Italien) und Francisco Garcia Hurtado (New York, USA).

Fachausschüsse

Im Umfeld der Assemblée trafen sich außerdem die Fach-Ausschüsse der AIIC, so u. a. der Aufnahme-Ausschuss (CACL), das Nachwuchsnetzwerk, die Gruppe Gebärdensprachendolmetschen, der Technik-Ausschuss und nicht zuletzt das Staff Interpreters Committee. Dieses fungiert in allen Fragen zu Technik und Arbeitsbedingungen als zentrale Verhandlungspartnerin gegenüber UN- und EU-Organisationen, sowohl für die festangestellten Dolmetscher als auch für die dort beschäftigten freiberuflichen Konferenzdolmetscher.

Distance Interpreting

Ein großes Thema der vergangenen Jahre war auch auf dieser Assemblée präsent: Die Entwicklung des Ferndolmetschens bzw. des Remote oder Distance Interpreting. In diesen Fällen arbeiten Konferenzdolmetscher nicht vor Ort, sondern werden über unterschiedliche technische Plattformen in die laufende Veranstaltung zugeschaltet. Dabei können zahlreiche Probleme entstehen, insbesondere bezüglich der Übertragungsqualität von Bild und Ton sowie durch die fehlende Einbettung der Dolmetscher in das zu dolmetschende Geschehen. Alle diese Faktoren erhöhen die kognitive Belastung der Dolmetscher sowie den Stress in der Dolmetscherkabine und können sich damit auch negativ auf die Qualität der Verdolmetschung auswirken.
Da die meisten Konferenzdolmetscher freiberuflich arbeiten, hat das Private Market Sector Meeting (PRIMS), eine besondere Bedeutung. Das PRIMS bietet eine hochwertige Plattform, die es ermöglicht, über Entwicklungen und Arbeitsbedingungen auf den verschieden Freiberuflermärkten sowie über neue Technologien zu diskutieren. So wurden dieses Jahr u. a. die Professional Standards überarbeitet, um neuen Arbeitsrealitäten gerecht zu werden.

Die nächste Assemblée findet 2021 statt.

Autorin: Vivi Bentin