Mit dem Nachwuchspreis 2016 der AIIC-Region Deutschland in die Selbstständigkeit

Konferenzdolmetscherin Maike Wohlfarth, Foto: privat
Maike Wohlfarth, Nachwuchspreisträgerin 2016 der AIIC-Region Deutschland

Die AIIC-Region Deutschland zeichnete Maike Wohlfarth 2016 als beste Nachwuchsdolmetscherin unter den Absolventen des Studienjahres 2015-2016 aus. Frau Wohlfarth legte ihren Master in Konferenzdolmetschen am Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie der Universität Leipzig ab. Sie absolvierte Auslandssemester am Institute of Intercultural Management and Communication (ISIT Paris), am Institut Libre Marie Haps (Brüssel) und an der Facultad de Lenguas Extranjeras (Universidad de La Habana, Kuba). Ihre Sprachen: Deutsch (A), Französisch (B), Englisch (C), Spanisch (C)

F: Frau Wohlfarth, im Sommer 2017 haben Sie sich als Konferenzdolmetscherin in Berlin selbständig gemacht. Spielte der Nachwuchspreis der AIIC-Region Deutschland bei der Entscheidung eine Rolle?
Wohlfarth: Der AIIC-Nachwuchspreis hat die Entscheidung noch einmal bestätigt. Der Entschluss zur Selbstständigkeit ist ja nicht selten. Aus meinem Jahrgang beim IALT haben sich bestimmt ein Drittel der Absolventinnen und Absolventen selbstständig gemacht. Das Studium bereitet einen ja auch in gewisser Weise darauf vor. Und doch erscheint es dann als großer Schritt, den mir der Nachwuchspreis und die damit einhergehende Unterstützung erleichtert haben.

F: Was war für Sie ausschlaggebend, Konferenzdolmetscherin zu werden?
Wohlfarth: Ich habe in meinem Studium zuerst einen B.A. als Übersetzerin gemacht und dann mit dem M.A. in Konferenzdolmetschen darauf aufgebaut. Konferenzdolmetscher erleben interessante, vielfältige und manchmal auch schwierige Situationen mit Personen aus unterschiedlichen Kulturkreisen hautnah mit – das macht für mich die Faszination des Berufes aus. Internationale Gespräche und Verhandlungen so zu dolmetschen, dass Verständigung und Kommunikation gelingen – das spielte dann für mich als positive Herausforderung die größte Rolle, Konferenzdolmetscherin zu werden.

F: Durch den AIIC-Nachwuchspreis haben Sie nun auch eine Mentorin an Ihrer Seite.
Wohlfarth: Ja, dafür bin ich sehr dankbar. Meine Mentorin ist Veronika Gruber, ein AIIC-Mitglied aus Berlin. Sie hat mir bei den1.000 kleinen und großen Fragen zur Akquise, zum Marktgeschehen oder zu rechtlichen Aspekten wie AGBs mit großer Bereitschaft schon unendlich viel geholfen. All dies kann im Studium ja nur angerissen werden. Die von der AIIC-Region Deutschland vermittelten Termine bei Sprachendiensten waren ebenfalls sehr hilfreich. Die Kolleginnen und Kollegen des Auswärtigen Amts, des Bundestages, des Europäischen Patentamtes und des Europäischen Parlaments haben mich offen und wohlwollend empfangen, ich habe viel von den Blicken hinter die Kulissen lernen können.

F: Was war für Sie besonders interessant?
Wohlfarth: Ich konnte mich beim Auswärtigen Amt in der „stummen Kabine“, die das Publikum nicht hört, selbst ausprobieren und in die Verdolmetschung der Kolleginnen und Kollegen reinhören. Das war eine wirklich eine spannende Erfahrung.
Hilfreich waren auch die Rückmeldungen auf mein professionelles Profil hinsichtlich oft gebuchter Sprachkombinationen und möglicher Spezialisierungen. Auch Tipps und Tricks zur zum Aufbau eines Netzwerks, zur Vermeidung der typischen Fettnäpfchen und zur guten Vorbereitung von Dolmetsch-Einsätzen, waren äußerst hilfreich. Insgesamt habe ich von den Besuchen und dem Mentoring unmittelbar profitieren können.

F: Streben Sie in Zukunft eine Mitgliedschaft in der AIIC an?
Wohlfarth: Definitiv, die Unterstützung der AIIC zeigt, wie leistungsfähig das Netzwerk der Kolleginnen und Kollegen in der AIIC ist.