In memoriam Dr. Erich Feldweg (1931−2017)

Erster Regionalsekretär der AIIC-Region Deutschland Dr. Erich Feldweg (1931–2017)
Erster Regionalsekretär der AIIC-Region Deutschland Dr. Erich Feldweg (1931–2017)

Die AIIC-Region Deutschland trauert um ihren Gründungs-Regionalsekretär Erich Feldweg (26.11.1931–03.12.2017). Für viele Kollegen der AIIC-Region Deutschland war Erich Feldweg Kollege, Vorbild und Ausbilder. Erich Feldweg arbeitete von 1953 bis 2004 als freiberuflicher Dolmetscher. Seine abwechslungsreiche Karriere ließ ihn Persönlichkeiten wie John F. Kennedy und Konrad Adenauer im Oval Office und bei Verhandlungsmissionen in Südkorea dolmetschen. Aus seiner Tätigkeit als freiberuflicher Dolmetscher kamen die Impulse, die 1964 zur Gründung der AIIC-Region Deutschland führten.

Erster Regionalsekretär der AIIC-Region Deutschland

Erich Feldweg legte die Grundlage seiner erfolgreichen Laufbahn mit der Ausbildung zum Dolmetscher für Deutsch, Englisch und Französisch am Sprachen- und Dolmetscher-Institut in München. Seinen ersten Einsatz als Dolmetscher trat er 1953 während einer UNESCO-Tagung bei München an. In die AIIC trat Erich Feldweg 1957 ein. 1964 wurde er erster Regionalsekretär der AIIC-Region Deutschland, die sich in einem informellen Prozess in seiner Münchener Privatwohnung aus regelmäßigen Zusammenkünften von deutschen AIIC-Konferenzdolmetschern gegründet hatte.

Dolmetscher für alle deutschen Bundeskanzler von Konrad Adenauer bis Gerhard Schröder

Auf der politischen Bühne dolmetschte Erich Feldweg für alle deutschen Bundeskanzler von Konrad Adenauer bis Gerhard Schröder. „Eine der schönsten Rückmeldungen kam von Präsident John F. Kennedy bei einem Staatsbesuch Adenauers im Weißen Haus. Adenauer und Kennedy hatten sich lange unterhalten, damals lief ja alles konsekutiv. Und am Schluss wurden wir im Oval Office verabschiedet, vor dem Mittagessen, und dann kam Kennedy und sagte: ‚You did a very good turn. Thank you!‘“, erinnerte sich Feldweg 2015. Sein wohl eindrücklichstes Erlebnis folgte 1968 in Südkorea. Feldweg dolmetschte für eine Delegation des Auswärtigen Amtes, die die Entführungen koreanischer Bürger aus Westberlin durch den südkoreanischen Geheimdienst sowie deren Verurteilung zum Tode in Südkorea aufklären sollte. Nach schwierigen, 10-tägigen Verhandlungen konnten die Todesurteile in Haftstrafen umgewandelt werden.

Standardwerke zur Entwicklung des Dolmetschens

Seine Erfahrungen gab Erich Feldweg regelmäßig in Lehrgängen für die Dolmetscherinnen und Dolmetscher des Auswärtigen Amtes weiter. Mit den über 60 Lehrgängen, die Erich Feldweg in Bonn und Berlin gab, leistete er über Jahrzehnte einen wertvollen und prägenden Beitrag zur Fortbildung von Dolmetschern im Auswärtigen Amt. Seine 1996 veröffentlichte Dissertation „Der Konferenzdolmetscher im internationalen Kommunikationsprozess“ gilt als eines der Standardwerke zur Entwicklung des Dolmetschens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Erich Feldweg verstarb am 3.12.2017 in seiner Heimatstadt München.